Kritik am Umgang mit der Ausstellung der Arbeitsgenehmigungen im Landkreis Anhalt-Bitterfeld

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach unserem Refugee Protestcamp in Bitterfeld, wurde uns von Seiten der Behörden versichert, dass wir Anspruch auf eine Arbeitserlaubnis haben. Sie sagten, wir müssen uns eine Arbeit suchen und einen Antrag auf Arbeitsgenehmigung bei der Ausländerbehörde in Bitterfeld stellen.
Wir haben uns also auf die Suche nach Arbeit gemacht und auch eine Arbeit gefunden. Mit dem Schreiben von dem Arbeitgeber sind wir dann zu der Ausländerbehörde in Bitterfeld gegangen. Dort wurde uns gesagt wir müssen 3 Wochen auf die Bearbeitung warten. Wir kritisieren daran, dass die Zeit von 3 Wochen zu lang ist für eine solche Bearbeitung, da die Arbeitgeber nicht ewig warten bis sie jemanden einstellen können. Da die Arbeitsstellen ja schnellstmöglich besetzt werden sollen.
Die von uns gesuchten Arbeitgeber haben zu unserem Glück aber die Geduld gehabt auf die Bearbeitung der Arbeitserlaubnis zu warten. Nach den 3 Wochen wurde uns allerdings eine negative Antwort gegeben, dass bedeutet der Antrag auf eine Arbeitsgenehmigung wurde abgelehnt. Die Begründung der Ablehnung war, dass es angeblich genügend andere Arbeitnehmer für die von uns gefundene Arbeit gebe.

In Sachsen-Anhalt ist es erfahrungsgemäß sehr selten, dass Arbeitserlaubnisse für Flüchtlinge genehmigt werden. Wir denken, die Behörden spielen mit uns. Sie wollen unsere Köpfe kaputt machen. Wenn wir einen Antrag auf eine Arbeit stellen, haben wir die Hoffnung auf Arbeit, die Hoffnung aus der Isolation des Lagerlebens entfliehen und unseren Beitrag zur Selbstversorgung leisten zu können. Da es uns nicht erlaubt wurde zu arbeiten, wurden diese Hoffnungen zerstört. Wir sind weiterhin gefangen in den Flüchtlingslagern in Friedersdorf und Marke und sind verdammt weiter zu warten und nichts tun zu können. Wenn wir arbeiten dürften, müssten die Behörden uns kein Geld bezahlen, wir könnten den allgemeinen Vorurteilen entgegenwirken, welche aussagen, dass wir anderen Menschen „auf der Tasche liegen“ oder „die Steuergelder verschwenden“. Wir möchten nicht nur untätig rumsitzen, essen und schlafen. Wir wollen ein gleichberechtigterer Teil der Gesellschaft sein. Wir haben die Vermutung, dass die Behörden uns nicht ein Teil der Gesellschaft sein lassen wollen, dass sie von Anfang an wussten, dass sie uns einen negativen Bescheid schicken werden. Für uns ist es ein Teil von Integration in Deutschland arbeiten zu können, indem die Behörden uns dies Verweigern, verweigern sie uns die Integration in der Gesellschaft.

Wir fordern hiermit die Behörden vom Landkreis Anhalt-Bitterfeld öffentlich auf, uns eine reale Chance auf Arbeit zu geben. Wir wollen endlich als Menschen und als Teil der Gesellschaft behandelt werden.

Wir werden uns nicht zufrieden geben mit den Arbeitsverboten und weiter für unser Recht uns selbst zu verwirklichen kämpfen.

Refugee Protest Bitterfeld / Saxony-Anhalt