*Wir gehen in den Hungerstreik und warum?*

Am Abend des 1. August 2013 errichteten wir (Flüchtlinge in Bitterfeld-Sachsen-Anhalt) ein Protestcamp vor der Ausländerbehörde auf dem Marktplatz der Stadt, um unsere Protest in die Öffentlichkeit zu bringen.

Wir fordern:

Anerkennung der Asylgründe und ein Bleiberecht!
Abschaffung der Residenzpflicht!
Abschaffung der Lager! Freie Wahl des Wohnortes und der Wohnung!

Das Recht zur Arbeit und Lernen (Sprache, Berufsausbildung…)

Die Anerkennungsquote in Sachsen-Anhalt ist geringe und das Asylverfahren
dauert extrem lang.

Wir Flüchtlinge im Landkreis Bitterfeld werden gezwungen in isolierten Lagern zu wohnen, die mitten im Wald, fernab von Einkaufmöglichkeiten,
Ärzten und sonstigen Orten gesellschaftlichen Lebens liegen. Wir dürfen nicht arbeiten oder deutsch lernen. Einer von uns wartet seit über 10 Jahre
auf die Arbeitserlaubnis. Einige von uns sind durch krankmachendes Lagerleben gestorben und viele von uns sind traumatisiert.

Die Situation in den Lagern ist sehr schlecht. Die Zimmer sind klein und überbelegt. Die Küchengeräte, Toiletten und Bäder sind kaputt oder zu
wenige. Die Heimleiter der Lager im Landkreis Bitterfeld kontrollieren und bedrohen uns ständig. Sie missachten unsere Privatsphäre.

Wir sind bedroht mit der Abschiebung, falls wir gegen diese Zustände Protestieren.

Das Leben in Flüchtlingsheim macht uns krank. Wir sind verurteilt in Isolation zu sterben.

Wir haben nun die Wahl in der Öffentlichkeit durch Hungerstreik zu sterben, oder durch den Langsamen Tot im Lager.

Wir werden nicht mehr zurück ins Flüchtlingsheim gehen.Wir haben den Hungerstreik gewählt.

Bitterfeld, am 07.08.13